Verein für Germanisches Heidentum (VfGH) - Traditionelle Naturreligion - Alte Sitte in heutiger Zeit

 
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Hammaburg Herd
Der Hammaburg Herd in Hamburg

 

Wer wir sind

Verantwortungsbewusst, zukunftorientiert und engagiert: In Hamburg vertreten wir unseren Verein für Germanisches Heidentum undbieten ein Forum für Kontakt und Austausch an unserem monatlichen Stammtisch: hier kann gefragt und sich kennen gelernt werden. Der Hammaburg Herd richtet sich an alle, die sich der Ausübung des traditionellen germanischen Heidentums widmen.Der Herd als Einrichtung des VfGH ist eine regionale Gemeinschaft, die an den alten Brauch anknüpft, nach dem sich Familien, Sippen und andere Mitglieder am Herdfeuer versammeln, um gemeinsame Angelegenheiten zu besprechen. Er gründete sich zur Sommersonnenwende 2005.An unserem Stammtisch geht es um Austausch und Inhalt der traditionellen germanischen Religion im Hier und Jetzt. Erfahrungsaustausch zu naturphilosophischen, historisch-geschichtlichen, sinnfragenden, erfahrungsreligiösen oder vergleichenden Themen mit dem Vorsatz gegenseitiger Bereicherung sind bei uns willkommen. Ein offenes Ohr findet selbstverständlich auch kontruktive Kritik oder respektvolles Hinterfragen. Besserwissenden Erwartungshaltungen, Verschwörungstheorien und vorgefassten Meinungen hingegen stehen wir reserviert gegenüber.

Was wir tun

Mit Stammtischen und Veranstaltungen halten wir uns auf dem Laufenden über aktuelle Themen von Heute und Morgen.Unser Internetangebot soll Erfahrung suchende Menschen zusammenbringen: Wir geben und nehmen gegenseitig! Regelmäßige Treffenladen ein zu Gespräch, freundschaftlichem Austausch und geben Einblick in neue Möglichkeiten. Wer sich für den Hammaburg Herdinteressiert und sich engagiert, bekommt neue Kontakte, Erfahrungen und Erlebnisse.

Eigeninitiative gesucht

Wir wollen etwas bewegen - eine traditionelle Religion in einer für die Gegenwart und Zukunft tauglichen Form wiederbeleben.Und das geht nur gemeinsam mit Motivation und Eigeninitiative - das bringt unsere Gemeinschaft voran. Wir brauchen deshalb keineErwartungen oder Ja-Sager, sondern Engagement. Und deswegen freuen wir uns über Mitglieder:

  • die Lust haben, sich regional stärker zu vernetzen
  • die Vorhaben anpacken und realisieren wollen
  • die Asatru in Gegenwart und Zukunft betreiben wollen

Regelmäßige Teilnehmer unserer Treffen oder Veranstaltungen werden als Angehörige des Hammaburg Herds angesehen.Durch ihre freie Teilnahme als Nichtmitglieder profitieren sie von der Erfahrung und Stärke der Vereinsmitgliederdes VfGH und bringen gleichzeitig frische Ideen und Impulse in unseren Kreis. Denn so können wir gemeinsam mehr erreichen -zum Beispiel an unseren Jahreskreisfesten.

Literatur Tisch

Am Stammtisch bieten wir jedem regelmäßigen Stammtischteilnehmer die Möglichkeit einer Bücherausleihe an. So kann beispielsweise "Das heilige Fest" von Fritz Steinbock monatlich ausgeliehen werden.Weiterhin steht Mitgliedern des Vereins für Germanisches Heidentum ein umfangreiches Angebot an eBooks mit weit über 100 Titeln zur Verfügung.

Neugierig geworden?

Wir möchten unseren Mitgliederkreis erweitern und suchen nette und aufgeschlossene Leute die Lust haben, aktiv zu werden und sich zu beteiligen.Für weitere Fragen und Informationen steht Ihnen Ingmar H. als regionaler Ansprechpartner gerne zur Verfügung: hammaburg.herd[AT]vfgh.de Wir freuen uns auf Sie! You can also write in English. Please don't hesitate to contact me.

Über anstehende Termine und Rückblicke informieren wir auch hier: Hammaburg Herd im Forum
Für Herdmitglieder und Festteilnehmer betreiben wir eine interne Mailingliste, sowie eine passwortgeschützte Webseite als Archiv für unterschiedliche Dokumente und Artikel.


Stammtisch in Hamburg

Jeden zweiten Dienstag im Monat ab 19.00 Uhr besteht die Möglichkeit, sich in gemütlicher Runde am Stammtisch auszutauschen.Eingeladen ist dazu jeder der sich angesprochen fühlt, unabhängig von Alter, Geschlecht und Nationalität.

Übersicht 2010: 12.01.10, 09.02.10, 09.03.10, 13.04.10, 11.05.10, 08.06.10, 13.07.10, 10.08.10, 07.09.10, 12.10.10, 09.11.10, 14.12.10

WO: Hofbräuhaus Hamburg, Esplanade 6, 20354 Hamburg
Heidenstammtisch Hammaburg Herd VfGH



Veranstaltungen und Termine
Kurze Rückblicke und Bilder zu Jahreskreisfesten auf Eibenpfad / Mitmachen



Jahresausblick für 2010

  • Regelmäßiger Stammtisch jeden zweiten Dienstag im Monat (siehe Übersicht 2010)
  • Jahreskreisfeste
    - Sa. 20.04.10 Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche)
    - Sa. 19.06.10 Sommersonnenwende
    - Sa. 25.09.10 Herbstfest (Herbst-Tagundnachtgleiche)
    - Sa. 18.12.10 Wintersonnenwende
  • 11.03.10 Der Verein wird 15 Jahre alt (Gründungsthing in Köln am 11. März 1995)
  • 13.-16.05.10 Bundesthing VfGH
  • Sommercamp in Schleswig-Holstein (Juli 2010)
  • Einladung vom Hofbräuhaus Hamburg zum Treffen aller Stammtische
  • Besuch der Kunststätte Bossard
  • Ausfahrt zu den Externsteinen
  • Pilgerwanderung zur Bötersheimer Quelle in Niedersachsen
  • Ausfahrt Pestruper Gräberfeld, Kleienknetener Steine und Goldenstädter Moor bei Vechta

Jahresrückblick 2009

  • Regelmäßiger Stammtisch jeden zweiten Dienstag im Monat
  • Jahreskreisfeste: 19.12.09 Wintersonnenwende, 19.09.09 Herbstfest (Herbst-Tagundnachtgleiche), 13.06.09 Sommersonnenwende, 21.03.09 Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche)
  • Gründung der Landgilde "Ingävones - Landgilde Nord im VfGH" am 19.12.09
  • Nerthus Opfermoor Waldwanderung zum Holzidol am 22.11.09
  • Holzidol (Nerthus-Pfahlgott) Aufstellung im sogenannten Nerthus Opfermoor, Fertigstellung 20.08.09 (Arbeitstreffen am 13.08. & 20.08.09)
  • Besuch der Saxnot-Weihe (Saxnot-Pfahlgott) in Hannover am 07.11.09
  • Besuch bei WURDARBORN in Osnabrück zum Herbstfest am 26.09.2009
  • Besuch des traditionellen Handwerker- und Mittelaltermarkt auf den Gutswiesen in Haseldorf am 20.09.09
  • IASC Dänemark von 25.07. - 01.08.09
  • Besuch des Burgfests in Neustadt-Glewe mit großem Wikingermarkt und Wikingerschlacht am 14.06.2009
  • Baldur-Blot an den Steilklippen der Ostsee (und Weihe des Wodan-Pfahlgott) am 01.05.2009
  • Interview für eine Abschlussarbeit im Thema Religion und Gesellschaft am 03.04.09
  • Holzidol (Wodan-Pfahlgott) Herstellung, Fertigstellung 28.04.09 (Arbeitstreffen am 08.02., 15.02., 17.04. & 28.04.09)
  • Spanferkel Essen satt im Hofbräuhaus So. 22.03.09
  • Besuch der Vorstellung "Himmelsscheibe von Nebra" im Planetarium Hamburg am 08.03.09
  • Einladung vom Hofbräuhaus Hamburg zum Treffen aller Stammtische am 22.01.09
  • Vortrag "Germanisches Heidentum" am 16.01.09 in Hamburg
    Haimo Grebenstein spricht zum Thema " "Traditionelles germanisches Heidentum in heutiger Zeit"

Jahresrückblick 2008

  • Regelmäßiger Stammtisch jeden zweiten Dienstag im Monat
  • Jahreskreisfeste: 20.12.08 Wintersonnenwende, 04.10.08 Ahnengedenken bei Vechta, 21.06.08 Sommersonnenwende, 22.03.08 Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche) in Hannover
  • Weihe des Gemeinschaftshorn/Blothorn am 20.12.08 zur Wintersonnenwende
  • Kraftort-Weihe am 15.11.08
  • Stiftung einer für die Gemeinschaft geweihten Holzirminsul am 11.11.08 für unseren Stammtisch
  • Einführung des Gemeinschaftshorn/Blothorn am 17.10.08
  • Eintrag in der Stammtischliste des Hofbräuhauses als "Heidenstammtisch Hammaburg Herd VfGH" am 09.09.08
  • Einführung einer passwortgeschützten Webseite als Archiv für unterschiedliche Dokumente und Artikel
  • Winternachtsfest/Ahnengedenken bei Vechta in Verbindung mit einem Ausflug zum Pestruper Gräberfeld, zu den zwei Kleinknetener Großsteingräbern bei Wildeshausen, zum Großsteingrab "Visbeker Braut" und einigen dort umliegenden Anlagen.
  • Einführung einer lederumschlagenen Chronik für den Hammaburg Herd am 04.07.08
  • Interview für eine Untersuchung des Vereins für Germanisches Heidentum e.V. (VfGH)
  • Einführung der Buchleihe am Stammtisch ab 13.05.08
  • Besichtigung der Ausstellung "KÖNIGSGRÄBER DER SKYTHEN" in Hamburg am Do. 03.04.08 um 18 Uhr

Jahresrückblick 2007

  • Regelmäßiger Stammtisch jeden zweiten Dienstag im Monat
  • Jahreskreisfeste: 22.12.07 Wintersonnenwende, 06.10.07 Ahnengedenken, 23.06.07 Sommersonnenwende, 24.03.07 Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche)
  • Polo- und T-Shirt mit VfGH Hammaburg Herd Logo
  • Besuch der Kunststätte Bossard
  • Hammaburg Herd Lesezeichen aus rein pflanzlich gegerbten Rindsleder

Jahresrückblick 2006

  • Regelmäßiger Stammtisch jeden zweiten Dienstag im Monat
  • Jahreskreisfeste: 23.12.06 Wintersonnenwende, 04.11.06 Ahnengedenken, 23.09.06 Herbstfest (Herbst-Tagundnachtgleiche), 24.06.06 Sommersonnenwende, 19.03.06 Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche)
  • Einrichtung der Regionalseite auf www.vfgh.de
  • Herdwappenwahl am 12.09.06
  • Herdkasse: Die eingeführte Herdkasse dient spendenfinanziert dem Zweck, Unkosten gemeinschaftlicher Aktivitäten abzudecken.
  • Quartalsplanung
  • Regelmäßige Götterehrung jeweils 3.Mi/Monat

Jahresrückblick 2005

  • Regelmäßiger Stammtisch an jedem zweiten Dienstag im Monat
  • Jahreskreisfeste: 18.12.05 Wintersonnenwende, 05.11.05 Ahnengedenken, 24.09.05 Herbstfest (Herbst-Tagundnachtgleiche), 18.06.05 & 25.06.05 Sommersonnenwende
  • Gründung des Hammaburg Herds am 25.06.05 zur Sommersonnenwende





Wunschliste

  • Wir suchen ständig nette und aufgeschlossene Leute die Lust haben, sich zu beteiligen.
  • Wir würden uns über ein eigenes Grundstück im Raum Hamburg freuen, das wir als feste Versammlungsstelle für Treffen nutzen könnten.

Internet

Regionale Links



Sagen um die Hammaburg

Wie Hamburg vielleicht entstanden ist

Einige meinen: Als das griechische Heidentum im Morgenlande zerstört worden war, da ist ein Schwarm Heiden, welche den Jupiter Ammon am höchsten verehrt haben und nicht von ihm haben lassen wollen, in diese Gegend gekommen. Sie bauten ihrem Gott ein neues Heiligtum, ließen sich rings umher nieder und gaben dieser Stätte den Namen Hammonsburg. Davon rührt der noch heutzutage übliche Name der Stadt Hammonia her, welcher besonders gern von den Poeten gebraucht wird. Als Kaiser Karl der Große aber gekommen ist, da hat er diesen Götzendienst gänzlich abgeschafft, die christliche Lehre eingeführt und einen Dom samt fester Burg dazugebaut. Den alten Namen aber hat er gelassen.

Wieder andere sagen: Hierzulande haben Deutsche aus dem Stamme der Sachsen gewohnt, nämlich die Wald- oder Holt-Sassen, deren Name sich in Holsaten oder Holsten umgewandelt hat, woraus dann des Landes Name Holsteen oder Holstein entstanden ist. Das möchte nun soweit ganz richtig sein. Diese alten Sachsen haben (so sagen jene) unter den Gottheiten hauptsächlich den Donar oder Asathor verehrt, den sie Hamoys genannt haben, welcher an der Stätte, wo jetzt Hamburg steht, sein Heiligtum gehabt hat. Daher wurde sie Hamoysburg oder Hammenburg genannt. Karl der Große hat dann solch heidnisches Wesen der Sachsen zerstört und sie zum Christentum bekehrt. Also ist der Name Hammonia von dem Beinamen des altgermanischen Gottes Donar entstanden.

Wieder andere sagen, hier habe ein unmenschlicher Riese und großer Fechter gehaust, der von dem gewaltigen Nordlandshelden Starkater (Stark-Attr) im offenen Kampf erschlagen worden ist. Und den Ort, wo er gewohnt hat, den habe man Hamburg genannt.

Auch heißt es, die Bewohner dieser Stätte hätten neben dem Fischfang auch viel Viehzucht betrieben und es verstanden, wahrhaft guten Schinken, Rauch- und Pökelfleisch zuzubereiten, sodass man ihre Stadt danach Hammen-Burg, das bedeutet Schinken-Stadt, genannt hat. Denn in der damaligen Sprache hat man einen Schinken oder Bug oder Schulterknochen eine Hamme geheißen. "Was ich aber mehr auf seinen Unwert denn auf seinen Wert beruhen lassen will, obwohl es eine gar feine Erklärung scheint, wenn man an die schönen Stücke Fleisch denkt, die jederzeit in unserer guten Stadt geräuchert und von hier in die weite Welt geführt worden sind", fügt der kluge Erzähler dieser Sage hinzu.

Verwunderlich ist es auch, dass einige sonderbare Bierfreunde den Namen unsrer Stadt, in der vor Zeiten das beste Bier der Welt gebraut worden ist, mit dem fabulosen Biergötzen Gambrinus in Verbindung bringen. Sie sagen, die Stadt habe Gambrins Burg geheißen, woraus Gamsburg und daraus Hamburg geworden ist. Der Name der Marschlandschaften (Alt- und Neu- )Gamme hänge damit zusammen, denn von daher sei Hopfen und Malz zum hamburgischen Brauwerk gekommen. So sinnreich auch diese Etymologie ist und so viel Beifall sie heute in unseren wieder erstandenen Bierhallen finden möchte, so kann man ihr dennoch nicht unbedingt zustimmen.

Viele andere meist unstatthafte oder unwahrscheinliche Sagen über Hamburgs Namen und Ursprung, z. B. von dem Stamme der Gambrivier, die aber hierorts niemals gelebt haben, werden übersprungen. Dagegen ist noch diese anzuführen: In dieser Gegend habe das edle Geschlecht derer von Hamme gehaust, welche in dem jetzigen Dorfe Hamm ihren Wohnsitz gehabt haben. Diese Herren hätten vor der Zeit Karls des Großen eine Burg nahe der Elbe gebaut und sie nach ihrem Namen Hamburg genannt, worauf der Kaiser ihnen Burg und Burgfrieden abgekauft habe.

Gewiss ist, dass die alten Niedersassen eine große Waldung mit dem Namen Hamm oder Hamme bezeichnet haben und dass auch die ganze Gegend längs der Bill-, Alster- und Elb-Niederung eine große Waldung gewesen ist. Gewiss ist auch, dass davon die Ortschaft Hamm ihren Namen trägt und dass die Herren von Hamme, Ritter und Knappen daselbst gelebt haben. Nur so viel später, dass man sie nicht wirklich als Gründer der ersten Hammaburg ansehen kann. Diese nämlich wird von Karl dem Großen gegründet und nach der umliegenden Hamme (Waldung) benannt worden sein. Denn noch später hieß man die Holzung, die vor Entstehung des St.- Jacobi und St.-Georgs-Kirchspiels auf deren Grund und Boden stand, "die Hamme“, aber nur in dem heutigen Dorf Hamm ist der alte Name für die gesamte große Waldung übrig geblieben. Es geht hiermit wie mit vielen Dingen menschlichen Wissens. Es ist Stückwerk, wobei der alte Spruch gilt: "Ich weiß davon nichts kundhaft Wahres, Wer's aber weiß, der offenbar' es.“

Anno 963, als die Erde noch eine Scheibe war, verbannte man seine Feinde ans Ende der Welt, an den Tellerrand. Dorthin schickte Kaiser OttoI. den unliebsamen Papst BenediktV., als er seinen willfährigen Gegenkandidaten LeoVIII. ins Amt hieven wollte. Machtpolitik im Zentrum der zivilisierten Welt – der Vertriebene aber musste in die Hammaburg, jenes morastige Stück Nirgendwo, das der Hansestadt Hamburg Ursprung und Namensgeber werden sollte.200 bis 300 Bauern hausten dort im zehnten Jahrhundert in einstöckigen Lehmhütten, gemeinsam mit ihrem Vieh. Dazu gesellte sich eine Hand voll Händler. Schon der Name »Ham« muss in Benedikts Ohren trostlos geklungen haben. Auf Spätsächsisch bedeutet er »etwas Befestigtes in einem morastigen Umfeld«. Der norddeutsche Dauerregen machte die sumpfigen Marschen während des größten Teils des Jahres unpassierbar. Die einzige feste Straße führte nicht etwa zurück nach Rom, sondern über den Geestrücken durch eine Furt an der Alster nach Norden ins Stormarnsche Hinterland. Am 4. Juli 964 erlag der abgesetzte Papst dem Regen, dem Heimweh, der Trostlosigkeit. Vor seinem Ableben prophezeite er der Stadt noch, sie werde dereinst verwüstet und öde liegen, und wilde Tiere würden darin wohnen.

Das Hamburg, aus dem Benedikt die Flucht ins Jenseits antrat, war eine Art hoffnungsloser Vorposten im wilden Wikinger-Land. Älteste Besiedlungsspuren reichen zwar zurück bis in die Jungsteinzeit. Die erste feste Siedlung entstand aber erst, als sich im 6. Jahrhundert in einer Flussschleife sächsische Nordalbingier gegen die Slawen im Nordosten und die Franken im Süden verschanzten. Erfolg hatten sie damit langfristig nicht, Ende des 8. Jahrhunderts wurden die Sachsen von den Franken besiegt und damit – zumindest formell – auch in die Herde der christlichen Schäfchen aufgenommen. Das aber war dem Franken-Kaiser Ludwig, Sohn des Großen Karl und stolzer Träger des Beinamens »der Fromme«, nicht genug. Ganz Skandinavien sollte christlich werden. 831 weihte er Ansgar, dessen Schriften rund 130 Jahre später den armen Benedikt in seinem Exil trösten würden, zum Erzbischof und schickte ihn nach Norden. In der Hammaburg baute Ansgar eine erste Holzkirche und kaufte junge Leute ein, damit er sie im Gottesdienst unterweisen konnte. Sein Vorposten, so wollen es die Chronisten, war im Jahr 817 errichtet worden und stand auf einer Anhöhe nördlich der Elbe. Sie lag auf einer Landspitze, die an drei Seiten von Alster und Bille umflossen war (»Geestsporns«) – ein idealer Platz für eine Siedlung und einfach zu verteidigen. So schien es jedenfalls.

Knapp fünfzehn Jahre währte der missionarische Versuch, dann schickte Dänen-König Horich seine Boote, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. An einem Abend im Frühjahr landeten die Nordmänner am Strand. In der Nacht brannte die Hammaburg lichterloh, bis zum übernächsten Morgen wüteten die Flammen, verzehrten auch Ansgars Kirche und seine Bibliothek. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass Hamburg in Schutt und Asche versank. 983 kamen die Slawen, 1020 die Wenden, 1066 und 1072 wieder die Slawen. Da half auch nicht, dass die Hamburger sich zu Beginn des 11. Jahrhunderts mit dem so genannten Heidenwall nach Nordosten zu schützen versuchten. 1035 ersetzte Bischof Bezelin die Holzkirche durch einen Steinbau, auf dass zumindest die Mauern des Gotteshauses künftig von den Flammen verschont blieben. Auch die Stadtmauern bekamen nun eine teilweise Verstärkung, es war die erste Steinburg Norddeutschlands. Die mächtigen Fundamente des »Bischofsturms«, eines dickbäuchigen Wohn- und Wehrgebäudes, haben bis heute überdauert. Sie sind im Keller von Radio Hamburg am Speersort zu besichtigen. Dort hat Hamburg und die Abstammung der Hamburger ihren Ursprung - so meinen zumindest einige. :-)

Letzte Aktualisierung 31.12.2009
 
     
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