Neue Blogreihe: Obskure Gottheiten |
Ragnarr
Routinier
 

Dabei seit: 04.03.2006
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Original von Skald
Bei den Nordgermanen sehe ich eine klare Differenzierung. |
Diese sehe ich in der mittelalterlichen rezeption der heidnischen Mythen, das ist richtig. Allerdings ist die Freyja in der nordischen Mythologie wesentlich ausgeprägter behandelt als die dea prima Frigg! Wenn Freyja nicht die erste Göttin ist muss es Frigg sein, da diese die Gemahlin des Odin/Wodan ist. allerdings ist Frigg ihrem namen nach nur die Geliebte, währenddessen Freyja alleine schon die Herrin par excellence ist ... es sind noch ein paar andere Indizien, welche für meine These sprechen
....
Frigg = Freyja & Freyja = Frigg ....
Wie geschrieben, ich muss mal mein Buch weiterschreiben ... hab ja erst 45 Seiten
__________________ *ans bedeutet Balken, Pfahl oder Lehmmännchen - also sind die Asen die Pfahlgötter
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04.03.2010 15:31 |
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swanhildja

König
   

Dabei seit: 19.08.2005
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Original von Ylva
Ich habe die ersten 10 Worte deines Zitats bei google eingegeben, weil ich schauen wollte, wo du es her hast, und siehe da: 13 mal wird dieser Text auf verschiedenen Webseiten verwendet. Wer hat ihn bei Wiki eingestellt? Ist das wirklich der neueste Stand er wissenschaftlichen Erkenntnis?
Manchmal fürchte ich, dass wir bald nur noch glauben, was in Wiki steht.
Gruß,
Ylva |
Hallo, Ylva,
ich habe meine Informationen nicht aus dem Wiki:
Auf einem anderen Forum lernte ich eine Tirolerin kennen, die Keltin ist. Sie sagte mir bei ihren Erkundungen fand sie die Percht ausschließlich in Regionen in denen Kelten gelebt haben. Wahrscheinlich ist sie von dort aus auch auf die Germanen übergegangen.
Beim letzten Bundesthing habe ich unseren Burgführer nach ihr gefragt. Er meinte man müße mit den Götterfiguren aus den Bergen vorsichtig sein, denn die Jesuiten hätten die Götter in den Alpen "neu" geordnet. Es ist mehr als fraglich ob es davor eine Göttin namens Percht in den Alpen gegeben hat. Sicher ist auch nicht ob sie nun wirklich keltisch oder germanisch sei.
Kannst ihn ja nochmals nach ihr fragen.
Abgesehen davon mag ich die Percht sehr.
Grüße swanie
__________________ Offizielle Ansprechpartnerin für Baden-Württemberg.
Heiden für Demokratie, Menschenrechte und Meinungsvielfalt.
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04.03.2010 19:06 |
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Ulfhedinn
Eroberer
  

Dabei seit: 19.02.2010
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FRIGG(altsächsisch:fri, altenglisch:freo "frau", altindisch:priya "Geliebte"
__________________ Wir glauben nur,was wir sehen-leider sehen wir nur,was wir glauben wollen
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05.03.2010 00:04 |
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Ragnarr
Routinier
 

Dabei seit: 04.03.2006
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Laut Paulus Diaconus: Historia Langobardorum Kapitel 8, teilen sich Godan (Wodan) und Frea als Sieghelfer die Heere auf – Freyja bekommt die Hälfte der auf dem Schlachtfeld gefallenen in ihre Wohnstätte Folkvangr!
In der Sörla þáttr 1 ist Freyja die Geliebte von Odin, Frigg kommt nicht vor (fridhla hans).
In der De falsis diis von Ælfric wird eine dänische Göttin Frycg der Venus zugeordnet (Interpretatio romana). Alle Attribute der Venus (gr. Aphrodite) sind in der Mythologie ebenso die der Freyja!
Vergleicht man die Etymologie und führt sie zum PIE zurück, ergeben sich Übersetzungen des Namens von Herrin, Geliebte, Gattin, Frau!
__________________ *ans bedeutet Balken, Pfahl oder Lehmmännchen - also sind die Asen die Pfahlgötter
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05.03.2010 13:23 |
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Ragnarr
Routinier
 

Dabei seit: 04.03.2006
Beiträge: 367
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| Zitat: |
Original von Skald
Also in der Historia Langobardorum die ich gelesen haben, steht das nicht drin.
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Wird aber weitestgehend so interpretiert und wenn man es genau liest, ist diese Interpretation nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich.
__________________ *ans bedeutet Balken, Pfahl oder Lehmmännchen - also sind die Asen die Pfahlgötter
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08.03.2010 08:36 |
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swanhildja

König
   

Dabei seit: 19.08.2005
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Da möcht ich Dich aber auf etwas aufmerksam machen. In Deinem Artikel hast Du ein Bild drinne mit der Unterschrift:
| Zitat: |
| Wodan-Odin als gehörnter Gott auf einer Helmplatte |
Hmmmm....ehrlich gesagt sehen mir die Hörner von Wotan-Odin doch eher wie Raben aus. Auf jden Fall sind die "Hörnerenden" wie Rabenköpfe geformt.
Grüße swanie
__________________ Offizielle Ansprechpartnerin für Baden-Württemberg.
Heiden für Demokratie, Menschenrechte und Meinungsvielfalt.
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14.03.2010 19:38 |
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swanhildja

König
   

Dabei seit: 19.08.2005
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| Zitat: |
Original von Skald
Ein beliebtes "Spielelement" der Tierstilornamentik. Die Darstellungen Wodan-Odins auf den Helmplatten von Torslunda werden immer als "gehörnt" interpretiert. Das dort auch Raben auftauchen, wiederspricht der Deutung ja nicht. Ist aber eine spannende Beobachtung. |
Ich kenne diese Deutung. Sie wird aber sehr wohl in Frage gestellt, wird also als Fehldeutung angesehen.
Solche Deutungen haben ja dann auch zu der Annahme geführt die Germanen hätten Hörnerhelme getragen. Nette Mähr.
Grüße swanie
__________________ Offizielle Ansprechpartnerin für Baden-Württemberg.
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15.03.2010 08:31 |
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Andreas
Eroberer
  
Dabei seit: 28.08.2009
Beiträge: 54
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Also entweder bin ich zu blöd oder verdreht in meinen Gedanken aber ich sehe nichts davon was ihr anführt in dem Bild
Was ich sehe
sind Raben die die Mystik des bildes symbolisch hervorheben sollen
ein normales pferd mit 4 Beinen im vollen Lauf, das möglicherweise eine Jagd symbolisiert aber auch möglicherweise ein Bote in Eile
das Rufhorn das der Reiter kann beides symbolisieren aber auch kann es an eine Darstellung des Heimdalls sein was ich aber für die angelsächsische Region eher ausschliessen würde. da dort das keltische dominiert.
Der mitlaufende Hund ist allerdings ein klares Symbol für eine Jagdszene
die aber eine Verbindung zu Wotan fast wieder ausschliest. während die erschreckten männer im Hintergrund wiederum das gegenteil vermuten lassen können.
Der Helm mit dem Geweih lässt dein gehörnten meines Erachtens in Richtung Freyr vermuten oder eben in die bezogenen keltische Gottheit und somit völlig ausserhalb von der wilden Jagd steht.
Insgesamt sehe ich in dem Bild und seinem historischen Zusammenhang eine mystisch umwobene Heldengestalt der angelsächsischen Heldendichtung aber keine Darstellung eines Gottes.
__________________ leev so, dat je för je sülvst un dien göttern oprecht stan kunnst -
Lebe so das du vor dir selbst und deinen Göttern bestehen kannst
http://ordensbruderis.blogspot.com/
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15.03.2010 09:47 |
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Skald
König
   

Dabei seit: 23.11.2007
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Themenstarter
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| Zitat: |
| Ich kenne diese Deutung. Sie wird aber sehr wohl in Frage gestellt, wird also als Fehldeutung angesehen. Solche Deutungen haben ja dann auch zu der Annahme geführt die Germanen hätten Hörnerhelme getragen. Nette Mähr. |
Hallo Swanie,
Na, dass die Wikinger keine Hörnerhelme getragen haben, das ist mir schon klar. Das ist tatsächlich eine romantische Verklärung eben jener Funde.
Ich beziehe mich bei der Deutung des Helms als "Hörnerhelm" auf das RGA und den Grabungsbericht. Die Interpretation der "Hörnerenden" als Rabenköpfe schließt ja mitnichten aus, dass es trotzdem die hörnerähnlichen Enden eines Kulthelmes sind. Wodan-Odin wird hier als ekstatischer Waffentänzer bzw. als mystischer Anführer eines Männerbundes dargestellt. In dieser Funktion trägt er u.A. einen Kulthelm, wie wir ihn schon von Idolen aus der nordischen Bronzezeit kennen. Das Bildchiffre ist somit sicherlich älter als vendelzeitlich. Waffentänzer mit Speeren kennen wir auch schon von den schwedischen Felsritzungen. Ich sehe hierrin also eine konsequente Weiterentwicklung dieser Bildthemen.
Hier nochmal ein Vergleich mit einer angelsächsichen Gürtelschnalle:

Also, nach Raben sieht das hier nicht mehr aus. Ich denke, dass der Helm primär als Hörnerhelm gedacht ist, und dass die Tierköpfe eine künstlerische Ausgestaltung sind, um Wodan-Odin kenntlicher zu machen. Aus Uppland kennen wir ein Wikinger-Amulett, das ebenfalls eine Figur zeigt, die einen Hörnerhelm trägt. Auch hier enden die Hörner wieder in Schlangenköpfen. Das ist eben nur künstlerische Ausgestaltung und bedeutet nicht, dass zwei Schlangen senkrecht auf dem Helm hocken. Genauso wie bei unserem Fall keine komischen Raben seltsam auf dem Helm sitzen.

Hier sind die skandinavischen Kulthelme aus der Bronzezeit. Sieht dem Modell, dass Wodan-Odin trägt, ziemlich ähnlich.
Und hier nochmal das angesprochene inselkeltische Modell aus der LaTene-Zeit:

Vom Gundestrup-Kessel kennen wir ebenfalls gehörnte Helme:

| Zitat: |
| Sie wird aber sehr wohl in Frage gestellt, wird also als Fehldeutung angesehen. |
Also erstmal haben wir noch keine "Fehldeutung", nur weil etwas in Frage gestellt wird. Fehldeutung meint, dass etwas einwandfrei als falsch herausgestellt wurde und darüber wissenschaftlicher Konsens herrscht. Zweitens würde ich mich interessieren welche Autoren diese Position vertreten (und warum es sich dann noch nicht bis in unsere Fakultät rumgesprochen hat).
Lg
Julian
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Since the ancient times of Rome
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Mein Blog (neuer Inhalt): www.21ghosts.wordpress.com
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Skald: 15.03.2010 14:43.
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15.03.2010 14:40 |
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Ylva

Lebende Foren Legende


Dabei seit: 19.08.2005
Beiträge: 1.555
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Du kanntest das also?
Und ich habe nicht erkannt, dass das Rentiergeweihe sind. Schande über mich!
Bleibt die Frage: Woher kommen solche Traditionen? Was ist ihr Ursprung?
Gruß,
Ylva
__________________ Herdwart von Bilskirnir, Herd für Franken, Oberpfalz und Südthüringen.
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15.03.2010 16:52 |
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Skald
König
   

Dabei seit: 23.11.2007
Beiträge: 967
VfGH-Mitglied
Themenstarter
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| Zitat: |
Original von Ylva
Du kanntest das also?
Und ich habe nicht erkannt, dass das Rentiergeweihe sind. Schande über mich!
Bleibt die Frage: Woher kommen solche Traditionen? Was ist ihr Ursprung?
Gruß,
Ylva |
Hey Ylva
Aus meinem Blog:
| Zitat: |
| Eine letzte Spur führt nach Abbots Bromley in Staffordshire: In der dort ansässigen Kirche werden Rentiergeweihe aus dem 11. Jhd. aufbewahrt, die bei traditionellen “Geweihtänzen” von als Hirschen verkleideten Männern getragen werden. Da Rentiere im 11. Jhd. in England bereits ausgestorben waren, wird angenommen, dass die Herkunft der Hörner sich auf einwandernde Wikinger zurückführen lässt. Ist das Geweih als Attribut Hernes also durch die Wikinger nach England gekommen, oder war es bereits vorher, als Bestandteil inselkeltischer oder angelsächsicher Mythologie, bekannt? |
Hmmm, es ist wohl ein Fertilitäts-Ritual. Kann ja auch was mit Fro zu tun haben. Das englische Wikipedia schreibt zu den Ursprüngen:
| Zitat: |
| There are no recorded references to the dance prior to Robert Plot's Natural History of Staffordshire, written in 1686. However, a carbon analysis discovered that the antlers used in the dance date to the 11th century - though these may well have replaced an even older set. According to some, the use of antlers suggests an Anglo-Saxon origin along with other native Anglo-Saxon traditions that have survived into modern times in various forms.[1] It has been speculated, for example, that the dance originated in the pagan period and was connected with the ruling dynasty of Mercia, based some 15 miles away at Tamworth, who owned extensive hunting lands in Needwood Forest and Cannock Chase surrounding Abbots Bromley. On this theory, the royal forester would have organised sympathetic magic rituals to ensure a plentiful catch each year, a tradition that survived into Christian times and gradually came to be seen as affirming the villagers' hunting rights. Even when the lands were granted to Burton Abbey in 1004 a forester would still needed to have been employed, and by the 16th century, when the abbey was dissolved, this hereditary position bore the title "Forester of Bentylee" (Bentylee being the wooded area of the parish). From then until the 19th century the dance remained the traditional prerogative of the Bentley family, eventually passing to the Fowell family in 1914 through a marriage alliance. The Fowells continue to run it to this day |
http://en.wikipedia.org/wiki/Abbots_Bromley_Horn_Dance
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Skald: 15.03.2010 17:05.
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15.03.2010 17:02 |
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