Weihnachten - Wie heidnisch ist es wirklich? |
Skald
König
   

Dabei seit: 23.11.2007
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11.12.2007 23:42 |
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Momo

Foren As
   

Dabei seit: 08.12.2007
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Schwierig, sehr schwierig.
Ich befürchte fast, daß es keine 100% verlässlichen Quellen gibt, die belegen können, ob die Christen nun sich kräftig Ideen bei den Heiden geholt haben oder nicht. Dafür mangelt es, scheint's einfach an Quellen siehe hier.
Mir scheint es jedoch recht wahrscheinlich, daß Bauchtümer ins Christentum "hinübergerettet" wurden (sieht man eigentlich recht gut in Irland. Gut katholisch wie man ist, geht's Sonntags in die Kirche, aber an die Feen und Leprechauns glaubt man trotzdem
)
Allerdings scheint mir die "Nazifizierung" alten/heidnischen Brauchtums dann doch etwas zu banal. Sicher wurde in dieser Zeit alles instrumentalisiert, was nicht niet- und nagelfest war, aber erfunden haben sie es nicht
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12.12.2007 09:23 |
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Irina

Tripel-As

Dabei seit: 13.09.2006
Beiträge: 196
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Wenn Du mir die Datei bitte per Mail oder PN schicken könntest ...
Mag mich nicht extra deswegen registrieren müssen.
Schönen Tag wünscht
Irina
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12.12.2007 10:21 |
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Hrodgar
Kaiser
Dabei seit: 19.08.2005
Beiträge: 1.254
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| Zitat: |
Original von Momo
Schwierig, sehr schwierig.
Ich befürchte fast, daß es keine 100% verlässlichen Quellen gibt, die belegen können, ob die Christen nun sich kräftig Ideen bei den Heiden geholt haben oder nicht. Dafür mangelt es, scheint's einfach an Quellen siehe hier.
Mir scheint es jedoch recht wahrscheinlich, daß Bauchtümer ins Christentum "hinübergerettet" wurden (sieht man eigentlich recht gut in Irland. Gut katholisch wie man ist, geht's Sonntags in die Kirche, aber an die Feen und Leprechauns glaubt man trotzdem
)
Allerdings scheint mir die "Nazifizierung" alten/heidnischen Brauchtums dann doch etwas zu banal. Sicher wurde in dieser Zeit alles instrumentalisiert, was nicht niet- und nagelfest war, aber erfunden haben sie es nicht
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Zu beklagen ist die Quellenlage allemal, zumal die Schriftzeugnisse meist von den Kirchenherren bestimmt sind.
Doch wenden wir die Methode an, zu suchen, was diese Herren selbst schrieben, um abzuwehren, was ihnen misfällt, dann finden wir, was gewesen sein muß, um Abwehr zu initiieren.
Beispiel: Papst Gregor II wies Bonifatius an, heidnische Feste und Bräuche zu übernehmen. Die Quelle muß ich erst raussuchen. Aber die Anweisung gab es. Zu untersuchen wäre jetzt, ob bestimmte Feste darin erwähnt werden. (wer hat Zeit für eine Recherche??)
Das "Naziargument" ist eigentlich nach meiner Erfahrung einfach ein Werkzeug der Verunglimpfung. Im Mittelalter bezichtigte man ungewollte Meinungen der Nähe zur Ketzerei, heute deutet man die Nähe zu den Nazis an. Damit ist das gegenüber in der Regel mundtot oder diskreditiert. Das gehört zu den Unarten unserer Zeit.
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12.12.2007 10:35 |
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highmoe
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Dabei seit: 18.08.2005
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Hallo Skald,
nachdem ich mit einigen Schwierigkeiten den Text runtergeladen habe, habe ich ihn mal überflogen - ist ja ne Menge Lesestoff.
Vorab: ich denke, du solltest dir die Mühe einer umfangreichen Antwort ersparen.
In weiten Teilen hat er mit seinen Recherchen sicherlich recht und darüber hinaus: was sollte es denn eigentlich bringen? Auch diese Diskussionen über den heidnischen Hintergrund christlicher Feste gibt es "alle Jahre wieder"...
Weihnachten mit allem drum und dran wie wir es heute kennen IST eine relativ "junge" Angelegenheit, da braucht man keine wissenschaftlichen Ausführungen. Ob nun der eine oder andere Brauch möglicherweise eine Übernahme eines vorherigen Brauches ist oder nicht, ist reine Spekulation und selbst wenn es so wäre, stellen sich die Fragen, ob es dabei denn nun um hiesige oder bereits in früheren Zeiten "importierte" Bräuche geht (siehe den Verweis im Vortrag auf den Sol invictus-Kult, der in den römischen Legionen weit verbreitet war und sicherlich auch seinen Weg in hiesige Gefilde fand) und inwiefern es sich um "echte" heidnische Bräuche handelt.
Licht in der dunklen Jahreszeit kann sicherlich in allen Kulturen und Religionen als "Symbol" interpretiert werden - aber eben auch nicht. Der Jahreszyklus spielt auch in vielen nicht-heidnischen Kulturen eine Rolle und kann ebenfalls nicht als Alleinstellungs-Merkmal heidnischer Kulturen verstanden werden. Selbst wenn du jetzt ein mehrjähriges Quellen-Studium beginnst und so gut wie möglich wissenschaftlich haltbar nachweisen könntest, dass Weihnachten ein überwiegend heidnisches Fest ist, was resultierte daraus? Sprechen wir dann den Christen das Recht ab, Weihnachten zu feiern?
Man kann sicherlich behaupten, dass "das Christentum" im Allgemeinen überall in der Welt vormals heidnische bzw. nicht-christliche Riten, Bräuche und Orte vereinnahmt und/oder integriert hat. Das ist ja schließlich Teil des missionarischen Alleinvertretungsanspruches, bei dem nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich denke, wir sind uns einig, dass wir deswegen nun nicht anfangen, Kirchen niederzubrennen oder Pfaffen aufzuhängen
Meiner Meinung nach macht es mehr Sinn, "unsere" Feste und Riten ganz unaufgeregt der heutigen Zeit entsprechend zu gestalten: natürlich an historischen Vorgaben ausgerichtet, soweit möglich, aber ohne krampfhaften Anspruch auf irgendeine "Richtigkeit". Authentisch werden sie durch die Kraft dessen, was die Götter und wir in diese Feste und Riten "hinein geben", und wenn wir uns "ganz dolle anstrengen" und diese Authentizität erfahrbar werden lassen - für unsere Kinder und alle, die an heidnischer Kultur interessiert sind - besteht die Chance, dass daraus neues Brauchtum entsteht.
In diesem Sinne:
God Jul !
Haimo
__________________ Was glauben Sie, was hier los wäre, wenn mehr Leute erkennen würden, was hier los IST.
(Volker Pispers)
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12.12.2007 10:54 |
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Skald
König
   

Dabei seit: 23.11.2007
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Themenstarter
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Danke erstmal für die prompten Antworten!
@Irina: Habe dir den Text als Email geschickt!
@Hrodgar: Ja, das Zitat ist mir auch bekannt. Auch hörte ich von einem kirchlichen Verbot des "Plätzchenbackens" im frühen Mittelalter, weil somit heidnische Sinnbilder dargestellt wurden. Wie finde ich heraus, wo diese Zitate stehen, Quellen würden mir echt weiterhelfen!
@Highmoe:
| Zitat: |
| Meiner Meinung nach macht es mehr Sinn, "unsere" Feste und Riten ganz unaufgeregt der heutigen Zeit entsprechend zu gestalten: natürlich an historischen Vorgaben ausgerichtet, soweit möglich, aber ohne krampfhaften Anspruch auf irgendeine "Richtigkeit". Authentisch werden sie durch die Kraft dessen, was die Götter und wir in diese Feste und Riten "hinein geben", und wenn wir uns "ganz dolle anstrengen" und diese Authentizität erfahrbar werden lassen - für unsere Kinder und alle, die an heidnischer Kultur interessiert sind - besteht die Chance, dass daraus neues Brauchtum entsteht. |
Dieses Argument brachte ich in der Diskussion bereits ein. Darauf hin unterstellte mein Streitpartner, dass in diesem Falle das Heidentum "beliebig veränderbar" wäre, und somit den Anspruch an eine ernstzunehmende Religion verspielen würde.
2 Fragen habe ich noch!
Der Julleuchter: In welcher Tradition steht er? Kann er nachweislich mit dem Julfest in Verbindung gebracht werden? Durch die SS ist der ja auch irgendwie mit einem Tabu behaftet.
Die Sitte, Tannengrün und Kerze vor die Tür zu legen. Sieht man hier im Norden sehr oft noch. Geht das auch auf heidnisches Brauchtum zurück?
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Skald: 12.12.2007 11:51.
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12.12.2007 11:49 |
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Asfrid
Ewart / Chefredakteur
    

Dabei seit: 19.08.2005
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"Alle Jahre wieder..."
...bringt der Bärtige von der Coca-Cola-Werbung die Diskussion um unsere ach so uralten heidnischen Weihnachtsbräuche. Ein uralter Hut und (außer auf der Uni Erlangen - ist vielleicht nicht grad das deutsche Cambridge?) historisch längst abgehakt, zusammen mit allen anderen Spekulationen über heidnisches Erbe in Volksbräuchen. Das ist alles an der schlichten Tatsache gescheitert, dass es keinerlei Beweise dafür gibt. Volksbräuche sind, wenn überhaupt, nur aus den letzten paar Jahrhunderten dokumentiert und lassen keine seriösen Schlüsse zu, was 1000 oder mehr Jahre zuvor abgelaufen sein könnte. Aus einem, sagen wir, um 1750 belegten Brauch auf ein heidnisches Ritual um 750 schließen zu wollen, ist Kaffeesud-Leserei, sonst nichts.
Dass sich im 19. und teilweise noch im 20. Jh. auch anerkannte Vertreter von Religiongsgeschichte, Mythenforschung und Ethnologie auf sowas einließen, lag - abgesehen vom allgemeinen Zeitgeist mit seinen Einflüssen aus Romantik oder Nationalismus - daran, dass diese Wissenschaften damals noch sehr jung waren und noch keine klare Methodik besaßen. Man probierte verschiedenste Ansätze durch und musste erst noch feststellen, welcher davon taugt und welcher nicht. Darum muss man überhaupt bei Publikationen aus dieser Zeit vorsichtig sein.
Was die Nazis betrifft, kann man nicht oft genug betonen, dass ihnen das Heidentum, die Germanen und die Geschichte überhaupt als solche völlig wurscht waren - es ging ihnen nur darum, ihre politische Ideologie mit allen Mitteln aufzupeppen. Wenn also etwas als heidnisch dargestellt wurde, ging es nicht um Religionsgeschichte, sondern darum, politisch erwünschte Identität von Deutschen und alten Germanen, vermeintliche Kontinuität (nicht der realen Tradition, sondern des "deutschen Blutes") und damit verbundene Ansprüche aufzustellen: Ansprüche auf Gebiete (alle jemals von Germanen bewohnten) und auf Vorherrschaft (Deutschlands als einzig waren Vertreters der Germanen als "Herrenrasse") nicht nur politischer, sondern auch ideologischer Art: Die alten Germanen wurden gleichzeitig ja so dargestellt, als wären sie schon die Ur-Nazis gewesen.
Weihnachtsbräuche sind da ein gutes Beispiel. Die Licht-Symbolik gab es natürlich auch im germanischen Jul-Fest - logisch zur Wintersonnenwende, aber auch ganz klar, dass es hier um einen natürlichen Prozess geht, der uns zwar freut, aber an sich keine moralische Wertung begründet: Der Lauf der Jahreszeiten ist weder gut noch schlecht, er ist einfach Tatsache und alles in allem nötig für den Bestand der Natur, wie sie (in unseren Breiten) nun mal ist. Winter und Dunkelheit sind genauso nötig und daher nicht schlechter als Sommer und Licht. In der Nazi-Erklärung der angeblich heidnischen Weihnachtsbräuche kommt es aber zu einem Dualismus von Licht und Dunkelheit: Die regelmäßige Wiederkehr des Lichts, der ebenso regelmäßig sein Rückzug folgt, wird zum ewigen Sieg des Lichts über die Dunkelheit stilisiert, der metaphorisch für den Sieg der "hellen Edelrasse" über die "dunklen Untermenschen" steht. Das ist weder heidnisch noch germanisch. Es ist Rassen-Manichäismus im Kostüm Wagnerscher Bühnengermanen.
God Jul,
Fritz
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12.12.2007 12:04 |
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Thilo
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Solche Julleuchter gab es in Schweden, lange, bevor es Nazis gab. Aber allzu alt und weit verbreitet gewesen können sie nicht sein, weil sie für die damals seltenen Kerzen gedacht sind, während Kienfackeln Standard waren.
Das mit dem Tannengrün ... in meinem Gedächtniskasten taucht das schon als recht alt auf, weil bereits im Mittelalter Kirchenfürsten versucht haben, diesen Brauch zu unterbinden. Aber das ist jetzt wirklich aus dem Gedächtnis und ohne Anspruch auf Echtheit.
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12.12.2007 12:54 |
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Asfrid
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| Zitat: |
Original von Skald
...Darauf hin unterstellte mein Streitpartner, dass in diesem Falle das Heidentum "beliebig veränderbar" wäre, und somit den Anspruch an eine ernstzunehmende Religion verspielen würde.
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Veränderbar ja, aber nicht beliebig. Als traditionelle Religion, die sich nicht auf eine irgendwann mal festgelegte Offenbarung "von außen" gründet, sondern auf *in der Geschichte* akkumulierte Erfahrungen (Tradition eben), kann sich das Heidentum den geschichtlichen Veränderungen und durch sie bedingten neuen Erfahrungen anpassen, und als Naturreligion *muss* es das sogar, weil sich die Natur selbst ständig verändert. Die Evolution der Natur ist auch die Evolution der Götter, die in ihr sind - und die menschliche Geschichte ist ebenfalls Evolution, Entwicklung, Wandel. Aber so wenig wie die Evolution beliebig ist, sondern nur hervorbringt, was aufgrund des bisher Entwickelten möglich ist, können sich auch im Heidentum, wenn es seriös bleiben will, nur Dinge entwickeln, die auf dem Grund seiner Tradition stehen. Wenn es ein Apfelbaum ist, können drauf keine Birnen wachsen (oder nur wenn Birnenzweige aufgepfropft werden, aber das wollen wir ja nicht). Konkret heißt das, dass wir uns bei jeder Neuschöpfung im Klaren sein müssen, ob das, was uns vorschwebt, mit den Prinzipien heidnischer Welt- und Göttererfahrung, wie wir sie aus der Tradition kennen, vereinbar ist. Um beim vorigen Beispiel Lichtsymbolik zu bleiben: Es muss der naturhaft-neutrale Charakter der zyklischen Folge voin Licht und Dunkelheit gewahrt bleiben und darf nicht durch einen moralischen Dualismus ersetzt werden - mit ihm würde dem Heidentum etwas aufgepfropft, was es selbst nicht ist.
| Zitat: |
Der Julleuchter: In welcher Tradition steht er?
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Angeblich in einer norddeutschen oder schwedischen aus dem 18. Jh. oder so. Verbreitet hat ihn die SS, das stimmt. Abgesehen davon hat er aber nichts an sich, was ihn mit NS-Gedankengut in Verbindung bringt: keine wirklichen NS-Symbole, keine zwingende Verwendung im NS-Sinn. Er ist aber auch nicht germanischer als sonst ein Leuchter.
| Zitat: |
Die Sitte, Tannengrün und Kerze vor die Tür zu legen. Sieht man hier im Norden sehr oft noch. Geht das auch auf heidnisches Brauchtum zurück? |
Natürlich nicht, weil gar kein Brauchtum zweifelsfrei auf heidnische Ursprünge zurückgeführt werden kann. Ich wüsste aber nicht, was dagegen spräche, es als heidnisches Brauchtum einzuführen, wenn es in deiner Gegend üblich ist.
Ásaheill ok Vana,
Fritz
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12.12.2007 13:20 |
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highmoe
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Hallo Skald,
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Original von Skald
Dieses Argument brachte ich in der Diskussion bereits ein. Darauf hin unterstellte mein Streitpartner, dass in diesem Falle das Heidentum "beliebig veränderbar" wäre, und somit den Anspruch an eine ernstzunehmende Religion verspielen würde.
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Das belegt lediglich, dass dein Streitpartner soweit "christlich" geprägt ist, dass er sich nichts anderes als eine durch das Schrifttum geprägte "starre" Religion vorstellen kann. Das kann man ihm nicht wirklich vorwerfen - er unterscheidet sich darin nicht von den allermeisten anderen Menschen.
Es belegt aber auch, dass er sich weder in Geschichte noch in Religionswissenschaft besonders gut auskennt - und vielleicht sollte man dann die Finger von solchen Vorträgen lassen...
Der Knackpunkt ist das Wort "beliebig". Es ist das hervorragende Kennzeichen aller heidnischen Religionen, DASS sie sich verändern - im Gegensatz zu den statischen Offenbarungs-Religionen. Sie sind eben KEINE Religionen im heutigen Verständnis, sondern gelebte und im Wortsinn selbstverständiche Kulturen, die sich entwickeln und den Veränderungen in ihrem Umfeld anpassen, und wenn man das mal verinnerlicht, erhält der Begriff "Naturreligion" eine ganz andere Dimension: eine sich natürlich weiterentwickelnde Religion. Aber das nur nebenbei
Wir leben gerade heute durch das Internet immer mehr in einer Schrift-bezogenen Welt und können uns die Kontinuität einer lediglich durch Wort und Tat weitergegebenen (tradierten) Kultur kaum vorstellen - das gilt auch für weite Kreise des wissenschaftlichen Betriebs. Für mich ist DAS die große Herausforderung des modernen Heidentums.
Wir haben als germanische Heiden natürlich insofern - pardon - die Arschkarte gezogen, dass die Tradition unserer Kultur über einen langen Zeitraum fast oder ganz vollständig unterbochen wurde. Die Irrwege der Nationalromantik und der Missbrauch durch die Nazis kommen belastend noch dazu. Insofern kommen wir bei der erforderlichen Rekonstruktion um schriftliche Quellen und archäologische Funde nicht herum, aber sie sind nur Hilfsmittel und nicht Selbstzweck. Sie sorgen dafür - oder sollten es zumindest - dass es eben nicht zur Beliebigkeit kommt. DAS ist letztendlich auch das, was wir als "traditionelles germanisches Heidentum in heutiger Zeit" verstehen. Dabei MUSS es zwangsläufig zu Neu-Kreationen kommen, die jedoch nicht zwangsläufig auch beliebig sind. Einen "neuen" heiligen Ort zu schaffen, in dem wir ihn durch unsere Kulte heiligen, ist sicherlich nichts beliebiges und macht wohl auch mehr Sinn, als die Wiederherstellung vermeintlicher alter Kultstätten zu fordern, wie es andere gelegentlich tun. Pantheistische Ansätze oder Götter anderer Kulturen in das germanische Heidentum zu integrieren kann jedoch schnell zur Beliebigkeit führen, auch wenn oberflächlich Gemeinsamkeiten vorhanden zu sein scheinen.
LG, Haimo
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12.12.2007 13:37 |
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highmoe
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Kuckuck Asfrid!
Ich brauche bloss oft länger für mein Geschreibsel, weil ich zwischendurch mal telefoniere, kurz Fernwartung machen muss oder sonstiges
Natürlich schreiben wir das jeweils individuell und mit unseren eigenen Gedanken dazu. Aber ich denke auch, dass wir nicht bloß zufällig im gleichen Verein sind
Zumindest in groben Zügen IST das doch ein kleiner Ausschnitt aus dem, was wir auch als Gemeinschaft vertreten können und wollen. Linie würde ich schon sagen, aber als ziemlich breite, auf der eine ganze Menge Leute bequem nebeneinander her laufen können, sonst würde unser Vereinsname wohl mit einem "G" beginnen
LG, Haimo
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12.12.2007 14:09 |
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highmoe
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Hallo Skald,
| Zitat: |
Original von Skald
Nunja...wie können wir Heiden dann z.B. das Julfest mit Inhalte füllen?
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Meinst du jetzt Inhalte oder deren äußere Form - sprich Handlungen, Dekoration etc. pp. ???
Nur Vorschläge:
Entzünde ein Feuer und lasse deine Gedanken mit den Flammen ziehen...
Opfere im Verständnis, dass das Licht und der Sommer auch ohne dein Opfer wiederkehren werden - du aber durch dein Opfer das Licht etwas heller und den Sommer etwas wärmer machen kannst - wobei allerdings fraglich ist, ob der Sommer tatsächlich überhaupt (noch) wärmer sein sollte und für das Gedeihen der Natur vielleicht eher mehr Schatten erforderlich ist...
Lege z.B. Tannengrün vor die Tür, wenn du meinst, dass es richtig ist - oder was auch immer dir einfällt, um nach außen zu zeigen, dass du Götter und Ahnen ehrst - und pfeife drauf, ob es nun "echt heidnische" Bräuche sind oder nicht...
Lade die Ahnen zum Festmahl und ehre sie, stelle den Kontakt zu ihnen her und öffne dich ihnen, lerne von ihnen...
Geh raus in den Rauhnächten - du wirst den Göttern begegnen, wenn du es wirklich willst. Oder nutze sie für eine - wie man so schön sagt - innere Einkehr und halte dich so weit es möglich ist, vom Alltäglichen fern...
Auf jeden Fall: Jul ist vor allem auch ein Fest mit der Sippe - sei es Familie, Freunde, Gleichgesinnte....
Liest sich jetzt wahrscheinlich total "esomäßig", aber was willst du hören - ähm - lesen?
Natürlich wäre es klasse, wenn überall die Jul-Feuer brennen würden und alle wüssten, dass du den alten Göttern opferst, wenn Zweige vor deiner Haustür liegen - aber dem ist nicht so und es liegt an dir und mir und vielen anderen, wenn es anders werden soll.
Ansonsten zur Gestaltung des Julfestes die übliche und völlig unverbindliche Empfehlung: "Das heilige Fest" von einem gewissen Fritz Steinbock
LG, Haimo
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(Volker Pispers)
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12.12.2007 15:20 |
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Ylva

Lebende Foren Legende


Dabei seit: 19.08.2005
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@highmoe:
Das Buch von Fritz wollte ich auch gerade empfehlen.
@skald: schau doch mal auf der Seite vom Verlag Daniel Junker nach den Büchern von Fritz.
"Das heilige Fest" beschreibt das Heidentum in heutiger Zeit ,
und wenn du "Am Anfang war die Kuh" gelesen hast, dann kannst du über manches Schmunzeln, was du vorher viel zu ernst genommen hattest!
Wir haben keine genauen Vorstellungen darüber, wie unsere Ahnen die Feste gefeiert haben, aber ich möchte, wenn ich ehrlich bin, und obwohl ich Jägerin bin, auch keine Tieropfer abhalten, wie das unsere Altvorderen getan haben.
Auch würde es sicherlich großes Befremden Auslösen, wenn ich irgendwo auf meinem Grundstück Pferdeköpfe auf Stangen stecken würde...
Zur Dekoration zur Wintersonnenwende:
Ich hoffe immer noch ein geeignetes Stück gebogenen Holzes im Wald zu finden, das ich im Fensterbrett so aufstellen kann, daß ich darauf 12 Kerzen aufstecken kann, die ich dann 12 Tage vor der Wintersonnenwende alle brennen lasse, täglich eine weniger anzünde, und dann am Tag nach der Sonnenwende wieder täglich eine mehr brennen lasse, bis ich wieder bei 12 bin.
Ich binde meinen Adventskranz (ja, den haben wir auch noch) immer selber, und bedenke dabei den Verlauf des vergangen Jahres. Das ist stimmt mich so richtig auf das Jahresende ein.
Der skandinavische Brauch den Vögeln Getreidegarben hinauszuhängen gefällt mir gut. ich wandele ihn etwas ab, indem ich in der Nähe des Vogelhäuschens auch Zweige aufhänge, in denen sich die kleinen Vögel vor den Raubvögeln verbergen können.
Gruß,
Ylva
__________________ Herdwart von Bilskirnir, Herd für Franken, Oberpfalz und Südthüringen.
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Ylva: 12.12.2007 15:55.
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12.12.2007 15:45 |
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Thilo
Lebende Foren Legende

Dabei seit: 19.08.2005
Beiträge: 1.739
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@ Skald
Was ist denn in Deiner Gegend, also dort, wo Du wohnst, oder dort, wo Du herkommst, zu Weihnachten "üblich"?
Alles, was nicht offensichtlich und ausdrücklich christlich ist, kannst Du doch als heimatliches Brauchtum beibehalten.
Die heidnischen Germanen haben sich gerne gegenseitig beschenkt, wenn auch vermutlich nicht in erster Linie, um dem Beschenkten eine Freude zu machen. Du kannst es also durchaus als uraltes heidnisch-germanisches Brauchtum ansehen, Deine Freunde und Verwandten zu Weihnachten zu beschenken.
Jul ist ein Sippen- und Familienfest. Schicke doch mal allen, wirklich allen Verwandten Weihnachtsgrüße!
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E-Mail-Kontakt: lückenloses VfGH-Berlin @ VfGH . de
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12.12.2007 16:10 |
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highmoe
Geschäftsführer
    

Dabei seit: 18.08.2005
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Etwas Offtopic...
| Zitat: |
Original von -Ylva-
Auch würde es sicherlich großes Befremden Auslösen, wenn ich irgendwo auf meinem Grundstück Pferdeköpfe auf Stangen stecken würde... |
Gut, das wäre sicherlich einen Versuch wert
| Zitat: |
Original von -Ylva-
Zur Dekoration zur Wintersonnenwende:
Ich hoffe immer noch ein geeignetes Stück gebogenen Holzes im Wald zu finden, das ich im Fensterbrett so aufstellen kann, daß ich darauf 12 Kerzen aufstecken kann, die ich dann 12 Tage vor der Wintersonnenwende alle brennen lasse, täglich eine weniger anzünde, und dann am Tag nach der Sonnenwende wieder täglich eine mehr brennen lasse, bis ich wieder bei 12 bin. |
Ich schau beim nächsten Gang auf den Bocksbühl mal nach, ich glaube da lag was passendes rum...
Und jetzt wieder Ontopic:
| Zitat: |
Original von -Ylva-
Ich binde meinen Adventskranz (ja, den haben wir auch noch) immer selber, und bedenke dabei den Verlauf des vergangen Jahres. Das ist stimmt mich so richtig auf das Jahresende ein. |
Das hört sich schön an. Wir haben meistens keinen Kranz, sondern ein oder mehrere Gestecke, die gemeinsam aus selbst gesuchten Zweigen gemacht werden, also zumindest ein ähnlicher Ansatz zur Fest-Vorbereitung.
Haimo
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(Volker Pispers)
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12.12.2007 16:17 |
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Skald
König
   

Dabei seit: 23.11.2007
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VfGH-Mitglied
Themenstarter
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Ich werde eure Ratschläge befolgen und muss wohl in Zukunft ein bisschen umdenken. Es ist sicher der bequemste Weg, sich auf "uralte" Traditionen zu berufen...auch immer wieder, wenn man sich Anfeindungen ausgesetzt fühlt, als Argument für die Präsenz des Heidentums in heutiger Zeit.
Nun...es wird sicher eine schwere Aufgabe diese Traditionen neu zu beleben und mit Inhalten zu füllen. Aber irgendwie glaube ich, dass wir das schafen!
| Zitat: |
Was ist denn in Deiner Gegend, also dort, wo Du wohnst, oder dort, wo Du herkommst, zu Weihnachten "üblich"?
Alles, was nicht offensichtlich und ausdrücklich christlich ist, kannst Du doch als heimatliches Brauchtum beibehalten. |
Wie schon gesagt, hier ist das Tannenzweiglegen vor der Tür mit einer Kerze verbreitet. Das praktiziere ich ebenfalls. Außerdem wird in der Adventszeit der Tisch immer für eine Person mehr gedeckt.
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In die empfohlenen Bücher werde ich dann wohl schleunigst reinschmökern!
Frohe Julzeit!
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12.12.2007 16:48 |
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Momo

Foren As
   

Dabei seit: 08.12.2007
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VfGH-Mitglied
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| Zitat: |
Original von Skald
Ich werde eure Ratschläge befolgen und muss wohl in Zukunft ein bisschen umdenken. Es ist sicher der bequemste Weg, sich auf "uralte" Traditionen zu berufen...auch immer wieder, wenn man sich Anfeindungen ausgesetzt fühlt, als Argument für die Präsenz des Heidentums in heutiger Zeit.
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Naja, Ignoranten gibt es bekanntlich überall. Ich spare mir lieber den Atem, wenn ich auf ein so von sich selbst so überzeugtes Exemplar treffe. Das ist die Mühe nicht wert. Es muß uns schließlich nicht stören, wenn diese Mitmenschen dann glauben, daß wir nur arme Irre sind, die aus weiß Thor wieviel Gründen uns vom lieben, lieben Herrn Jesus abgewandt und vom Glauben abgefallen sind
...andererseits, wenn man Langeweile hat, kann man sich ja mal auf eine Diskussion einlassen. Kann zu ganz vergnüglichen Stilblüten führen *hrhr*
und back to topic:
Ich selbst habe auch noch keine soo genauen Vorstellungen, wie ich Jul begehen möchte. Liegt wohl auch daran, daß ich alleine feiern werde(n muß... Jul ist nicht so ganz das Thema meiner Famile)
Aber immerhin habe ich "Das heilige Fest" griffbereit rumliegen. Werde mich auf jeden Fall von diesem Werk inspirieren lassen.
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12.12.2007 21:42 |
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Stilkam
the one and only
  

Dabei seit: 19.08.2005
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Vor allem lese ich hier viel von ADVENTSkranz, ADVENTSzeit usw. Vielleicht erst mal damit anfangen, den christlichen Sprachmüll auszusortieren.
Nicht böse gemeint ... ;-)
Viele Grüße
Stilkam
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13.12.2007 08:19 |
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